Naturschutz im Workcamp: Irlands Natur hautnah erleben
Alternativurlaub in einem Naturschutz-Workcamp im Killarney Nationalpark, Irland

Wer dem alljährlichen Ferientrubel an den Stränden des Südens einmal
entfliehen möchte, kann in Irlands ältestem Nationalpark einen Alternativurlaub
der besonderen Art erleben.
Der Killarney Nationalpark in der Grafschaft Kerry beherbergt eine Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten, wie sie in Irland sonst nur noch selten zu finden ist. Die 100 Quadratkilometer Parkfläche, mit ihrer Mischung von Fels, Wald und Wasser, bilden einen einzigartigen und vielfältigen Lebensraum. Uralte Eibenwälder säumen die Ufer der fischreichen Seen und karge Heideflächen grenzen an die Überbleibsel der riesigen Eichenwälder, die einst ganz Irland bedeckten. Rotwildherden, in anderen Teilen von Irland längst verschwunden, finden hier ihren letzten Rückzugsort.
Doch so idyllisch diese Beschreibung klingt, so groß sind auch die Probleme, mit denen der Nationalpark zu kämpfen hat. Eine der größten Schwierigkeiten verursacht der Wildwuchs von Rhododendron (R. ponticum), einer Pflanze, die bei uns in vielen Gärten und Stadtparks zu finden ist. Der ursprünglich aus dem Mittelmeerraum eingeschleppte Strauch hat im milden, feuchten Klima des irischen Südwestens ideale Wachstumsbedingungen gefunden und sich über fast das gesamte Gelände des Nationalparks verbreitet. Mit seinen großen, immergrünen Blättern nimmt der Rhododendron anderen Pflanzen das lebensnotwendige Licht und bedroht so das Nachwachsen der Eichenwälder, die eine wichtige Grundlage für die Artenvielfalt darstellen. Im unzugänglichen Gelände des Nationalparks ist die Ausbreitung des zähen Strauchs nur mit erheblichem Aufwand einzudämmen; einem Aufwand, den die Nationalparkverwaltung alleine nicht leisten kann.
Naturschutz im Workcamp
Der gemeinnützige Verein Groundwork unterstützt den Nationalpark, indem er Freiwilligen aus der ganzen Welt die Möglichkeit bietet, beim Erhalt des biologischen Gleichgewichts zu helfen. Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag für Übernachtung und Verpflegung können die TeilnehmerInnen der jährlichen Workcamps aktiv bei der Pflege des Nationalparks von Killarney mitwirken.
Gearbeitet wird in internationalen Gruppen von bis zu 20 Personen. Die Sonntage sind frei und bieten die Möglichkeit, die Gegend um Killarney auf eigene Faust zu erkunden. Die Samstage glänzen durch ein vielseitiges Programm von Führungen und Besichtigungen in und um die malerische Stadt Killarney. Doch vor allem die Arbeit in der Wildnis des Nationalparks übt einen Reiz aus, den niemand so schnell vergisst. Per Bus, Boot oder Geländewagen geht es an fünf Tagen pro Woche in die entlegensten Winkel dieser atemberaubenden Naturlandschaft, wo man dem Rhododendron mit Hacken, Sägen und gutem Teamwork zuleibe rückt. In der Mittagspause gibt es typisch irische Sandwiches und heißen Tee vom Lagerfeuer, bevor am Nachmittag, mit frischen Kräften, ein weiteres Stück Nationalpark vom Wildwuchs des Rhododendron befreit wird.
Übernachtet wird in einem Haus auf dem Parkgelände. Zahlreiche Freizeitangebote sorgen für einen Ausgleich zum zuweilen anstrengenden Tagesprogramm. Neben geführten Wanderungen werden Pub-Besuche und Ausflüge mit den Park-Rangers angeboten. Das Highlight aber ist der Samstagabend, wenn am Lagerfeuer und mit irischer Musik und Getränken der Ausklang einer erfolgreichen Woche gefeiert wird – oft die ganze Nacht lang, bis die Morgensonne die Landschaft wieder
in den vielen Grüntönen Irlands erstrahlen lässt.
Wer auf der Suche nach einem spannenden Urlaubserlebnis ist und sich auch in seiner Freizeit gerne sinnvoll betätigt, ist bei einem Workcamp im Killarney Nationalpark goldrichtig. Ein Minimum an körperlicher Fitness und Widerstandsfähigkeit natürlich vorausgesetzt, denn der Kontakt zu Irlands Natur ist zuweilen wirklich hautnah – in Form der abendlichen Mückenschwärme zum Beispiel.
Groundwork veranstaltet Workcamps jährlich von Juni bis September, teilnehmen kann jeder über 18 Jahre. Weitere Informationen finden Sie bei Groundwork und auf der Homepage des Killarney National Park.
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